200 Meter Trasse über sieben Stockwerke und zwei Gebäude
Als die Labormedizin des Kyung Hee University Hospital vom 2. in das 9. Obergeschoss eines Nachbargebäudes zog, musste der Blutentnahmeraum bleiben. AirLab überbrückt seither rund 200 Meter mit 4,1 bar – vergeben in einem öffentlichen Verfahren, entschieden durch einen Live-Test über acht Stockwerke.
Gesamttrasse horizontal und vertikal durch zwei Gebäude
Betriebsdruck statt der üblichen 3,0 bar
Hämolyserate seit Inbetriebnahme 2023
Der Weg vom 2. in das 9. Obergeschoss – über zwei Häuser
Das Kyung Hee University Hospital ist die einzige Klinik Südkoreas, die westliche Medizin und Traditionelle Koreanische Medizin unter einem Dach führt; über Jahrzehnte ist daraus ein vielstöckiger, verwachsener Mehrgebäudekomplex gewachsen. Im September 2023 zog die Abteilung für Labormedizin vom 2. Obergeschoss des Hauptgebäudes in das 9. Obergeschoss eines angrenzenden Gebäudes – der Blutentnahmeraum musste für den ambulanten Betrieb im 2. Obergeschoss bleiben. Manuell hätte das je Fahrt zwei bis drei Aufzugwechsel bedeutet, bei einem vertikalen Aufstieg von 28 bis 40 Metern und rund 200 Metern Gesamtweg.
Der Zuschlag fiel nach einem Live-Test über acht Stockwerke
Als staatlich regulierte Einrichtung musste das Haus öffentlich ausschreiben. Der entscheidende Engpass: Kein Anbieter konnte belastbare Referenzen für den Transport über solche Höhen und über Gebäudegrenzen hinweg vorlegen. Aerocom baute die Strecke deshalb im eigenen Firmengebäude nach – eine Validierungsschleife vom Erdgeschoss bis in den 8. Stock, die Druckunterschiede, Luftstromverhältnisse und Reibungskoeffizienten des geplanten Einsatzes replizierte. Leitungsgremium und Laborleitungen sahen den Probentransport dort in Echtzeit, statt ihn auf Folien beschrieben zu bekommen; dieser Nachweis war für die Vergabe ausschlaggebend.
4,1 bar auf 200 Metern – drei Jahre ohne Hämolysevorfall
Zwei Wochen gingen allein für Trassenplanung, Kernbohrungen und die strukturelle Verbindung der beiden Gebäude auf. Konventionelle Pneumatik arbeitet mit rund 3,0 bar; für diese Trasse entstand eine Hochdruck-Konfiguration mit 4,1 bar. Zwei Druckmessgeräte im Terminal überwachen Eingangs- und Systemdruck, ein analoges Feineinstellungssystem erlaubt Mikrojustierungen vor Ort – zusammen mit sanften Verzögerungsprofilen am Empfänger hält das die Hämolyserate seit Inbetriebnahme bei null. Der wirtschaftliche Nebeneffekt: Die Blutentnahme blieb barrierefrei in der unteren Etage, während das Labor Fläche im Nebengebäude belegt.
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