Quellen & Methodik
Datengrundlage des Potenzialrechners

Quellen & Methodik

Der Potenzialrechner ist bewusst konservativ angelegt: Jede Zahl stützt sich auf publizierte Studien und Fachliteratur oder auf Erfahrungswerte aus vergleichbaren Laborprojekten – bislang überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, internationale kommen laufend dazu. Was Annahme ist, steht als Annahme da. Ihre eigenen Zahlen ersetzen die Schätzwerte im Discovery-Workshop.

Wie der Rechner rechnet

Der Rechner betrachtet die Basisdiagnostik – klinische Chemie und Hämatologie. PCR und Mikrobiologie sind nicht eingerechnet; Proben dieser Art zählen als Sondermaterial.

Vom Alltag ins Modell

Die Einstiegsfragen des Quick-Checks stellen beobachtbare Alltagsgrößen – den Probenanteil ohne Rohrpost, die Anlieferungen pro Tag, die Fälle und Proben pro Tag, die Personen im Probeneingang zu Peakzeiten. Gerechnet wird weiterhin mit den dokumentierten Einstellungsmöglichkeiten des Modells (Quoten und gemessene Zeiten); jede Antwort wird direkt in die passende Einstellungsmöglichkeit übersetzt – zum Beispiel sind 30 Klärfälle am Tag bei 3.000 Proben eine Klärfall-Quote von 1 %, und „100 % ohne Rohrpost“ heißt schlicht: keine Rohrpost vorhanden.

Nur die Personen-Frage braucht dafür eine eigene Annahme: welcher Teil der Anwesenheit zu Peakzeiten tatsächlich Registrier- und Sortier-Handarbeit ist (Erfahrungswert rund 18 %, im Discovery-Workshop justierbar). Die Modellwerte selbst bleiben auf jeder Bereichsseite in der Expertenansicht direkt einstellbar.

Was die Sicherheitsstufen bedeuten

Jede Einstellungsmöglichkeit trägt im „i“-Knopf des Rechners eines von vier Etiketten. Es sagt, wie belastbar der voreingestellte Wert ist:

validiert
Gemessen – der Wert stammt aus einer Feldmessung oder aus den Zahlen eines Laborprojekts, nicht aus der Literatur.
plausibel
Belegt – eine publizierte Studie, eine Norm oder ein Herstellerdokument nennt diesen Wert oder die Spanne, in der er liegt; die Quelle steht im Verzeichnis unten.
Annahme
Erfahrungswert – aus vergleichbaren Laborprojekten, ohne Studie dahinter. Er steht am unteren Rand des Beobachteten und wird im Discovery-Workshop durch Ihre Zahl ersetzt.
noch offen
Ohne Grundlage – ein Platzhalter, den wir ausweisen, statt ihn zu raten. Belastbar wird er erst mit Ihren Zahlen.

Drei Hebel ohne Literaturwert – und was sie bewusst nicht rechnen

Für die meisten Größen des Rechners gibt es publizierte Studien; die stehen unten im Quellenverzeichnis. Für die folgenden drei Punkte gibt es sie nicht. Wir führen sie deshalb als Erfahrungswerte, setzen sie am unteren Rand des Beobachteten an und justieren sie im Discovery-Workshop mit Ihren Zahlen – statt eine Studie zu zitieren, die etwas anderes gemessen hat.

Klärfälle: Probe ohne Auftrag, Auftrag ohne Probe

Annahme – 1 % der Proben, 8 Minuten Handarbeit je Fall, 60 % davon löst der automatische Abgleich – alle drei am unteren Rand des Berichteten.

Quellenlage – Keine Studie misst diesen Fall; die Literatur zu unvollständigen Anforderungen misst etwas anderes (den Schein, nicht die Zuordnung).

Nicht gerechnet – die Wartezeit auf den Rückruf des Einsenders – und alles, was schon als Rückfrage oder Ersatzmaterial zählt.

Geführte Archivierung: Ziehen statt Suchen

Annahme – 6 Minuten kostet eine nachgeforderte Probe heute (unterer Rand der Spanne 5–15), mit bekannter Position bleibt 1 Minute.

Quellenlage – Die einzige publizierte Zahl (3,5 Minuten) ist eine Autorenschätzung aus einer US-Klinik mit geordnetem Archiv – im Rechner der Anteil, den schon der Lagerplatz-Hinweis abnimmt.

Nicht gerechnet – den Greifroboter der Studie (verkaufen wir nicht), die bereits anderswo gesparte Minute (wird abgezogen) und verschwundene Archivproben (nirgends belastbar erhoben).

Nacht- und Wochenendbetrieb ohne Person am Eingang

Annahme – 3 Minuten Weg je Anlieferung außerhalb der Kernzeit, davon die Hälfte als echte Ersparnis; 20 Minuten wartet die Probe heute auf ihre Registrierung.

Quellenlage – Für die geschlossene Annahme-Kette gibt es Belege, für Wege- und Wartezeiten einer konkreten Nachtbesetzung nicht – die hängen am Grundriss.

Nicht gerechnet – eingesparte Nachtdienst-Stellen (Ihre Mindestbesetzung ist Ihre Entscheidung) und die Wartezeit der Probe als Geld.

Was die Fachbegriffe bedeuten

Die Wörter, die auf dieser Website und im Rechner vorkommen – in einem Satz erklärt, ohne Fachsprache.

Discovery
Der gemeinsame Termin nach dem Quick-Check: rund zwei Stunden mit Ihrem Team, vor Ort oder online, in denen wir die Schätzwerte des Rechners durch Ihre eigenen Zahlen ersetzen.
KIS
Krankenhausinformationssystem – die Software, in der eine Station ihre Patienten führt und von der aus sie Laboraufträge auslöst.
LIS
Laborinformationssystem – die Software, in der das Labor seine Aufträge, Proben und Befunde führt.
NC
Nonconformity, auf Deutsch eine Abweichung: eine Probe oder ein Auftrag, bei dem etwas nicht stimmt – ein fehlendes Etikett, eine fehlende Angabe auf dem Schein oder das falsche Röhrchen.
One-Touch
Die Probe wird nur einmal in die Hand genommen: Erfassen, Sortieren und Weitergeben laufen in einem Durchgang statt in mehreren Handgriffen nacheinander.
Order-Entry
Auftragserfassung – der Schritt, in dem ein Laborauftrag angelegt wird, in der Regel bevor die Probe im Labor ankommt.
Quick-Check
Der kurze Selbsttest auf dieser Website: drei Angaben zu Ihrem Labor, dann vier Bereiche mit je drei Fragen – am Ende steht, was sich pro Jahr einsparen lässt. Ohne Anmeldung.
Rip-and-Replace
Alles Alte raus, alles Neue rein – der vollständige Austausch einer bestehenden Anlage, statt sie Schritt für Schritt zu ergänzen.
STAT
Eilprobe – eine Probe, die vorgezogen wird, weil das Ergebnis dringend gebraucht wird, etwa in der Notaufnahme.
TAT
Turnaround Time, die Durchlaufzeit – auf dieser Website die Zeit von der Blutabnahme bis zum ersten Ergebnis, also einschließlich Transport und Probenannahme und nicht erst ab dem Probeneingang.
TLA
Total Lab Automation – die Automationsstraße im Labor: Analysegeräte, die über ein Transportband verbunden sind und die Proben ohne Handgriff weiterreichen.

Quellenverzeichnis

60 Quellen · Stand: September 2026